31. Mai 2019 | Wien

Freiwilligenarbeit als Allgemeinmedizin

Freiwilliges Engagement als Pflaster, das Körper, Geist und Gesellschaft zusammenhält. Freiwilliges Engagement hilft nicht nur der Gesellschaft, sondern auch dem eigenen Körper, sich zu erholen. Auch auf mentaler Ebene heilt Freiwilligenarbeit Wunden. Eine all around Behandlungsmethode also. 

Stoppt den Pensionsschock

Dass Freiwilligenarbeit weniger ein Helfen und mehr ein Geben und Nehmen ist, wird jedem klar der sich schon mal engagiert hat. Beide Seiten profitieren. Das lässt auch die Altersklasse erahnen, in der sich der Großteil von Freiwilligen in Österreich bewegt. Von allen 60- bis 69-jährigen Österreicher*innen arbeiten mehr als die Hälfte freiwillig mit. Dass es hier stark um die Jahre nach der Pension geht, ist kein Zufall. Die Pensionierung bringt nicht nur die lang ersehnte Ruhe von der anstrengenden „Hackn“, sondern vor allem auch psychische Risken – den sogenannten Pensionsschock. Plötzlich hat man keinen Ort mehr, an dem man erwartet, gebraucht wird.  Das führt oft zur Minderung des Selbstwerts und auch zu sozialer Einsamkeit. Dabei haben gerade Menschen im Pensionsalter schon enorm viel Lebens- und Berufserfahrung gesammelt. Wertvolles Wissen und Können, von dem Mitmenschen profitieren können. Außerdem schafft freiwilliges Engagement Bindungen, Konversation, Interaktion. Mensch trifft Mensch und es formt sich ein neues soziales Umfeld, das oftmals eines ersetzt, das früher durch den Job entstanden war. Freiwilliges Engagement füllt genau diese Lücke. Es braucht Menschen, um zu funktionieren und Menschen funktionieren, wenn sie gebraucht werden.

Schont das Herz

„Freiwilligenarbeit ist gut fürs Herz!“, klingt erstmal nach einem kitschigen Spruch auf der alljährlichen Dankeskarte, stimmt aber genauso. Eine kanadische Studie hat ergeben, dass freiwilliges Engagement schon im Teenageralter Herzkreislauferkrankungen vorbeugt, da die ersten Anzeichen solcher Krankheiten in den Jugendjahren auftreten können.  Eine Art frühe Gesundheitsvorsorge also. Noch dazu wirkt Freiwilligenarbeit entzündungshemmend. Die Hormone Oxytocin und Progesteron schütten Menschen, die sich engagieren, häufiger aus. Sie wirken stress- und entzündungshemmend. Anstatt einem Blutdrucksenker das nächste Mal also einfach ein paar Stunden im Tierheim oder im Lerncafé verbringen!

Bringt Geld

Außerdem, so belegt die Studie, sorgt Freiwilligenarbeit in finanzieller Hinsicht für gute Gesundheit. Was sich zuerst absurd anhört ergibt schnell Sinn. Durch Freiwilligenarbeit sammeln junge Menschen früh Berufserfahrungen, die sie in ihrem Lebenslauf anführen können, was ihnen vermehrte und bessere Jobaussichten ermöglicht. Dadurch kommen Menschen mit Erfahrung in der Freiwilligenarbeit häufiger und schneller zu höheren Gehältern, etwas das automatisch zu einer breiteren Gesundheitsversorgung führt.

Freiwilliges Engagement zahlt sich also in jeder Hinsicht aus. Egal ob in jungen Jahren oder im fortgeschrittenen Alter, entweder als frühe Vorsorge oder akute Behandlungsmethode. Freiwilligenarbeit ist Medizin für jedermann und es ist nie zu spät dafür, sich zu behandeln.

Quellen:

http://www.freiwilligenweb.at/de/freiwilliges-engagement/österreich

https://kurier.at/wellness/freiwilligenarbeit-foerdert-die-gesundheit/251.625.259

https://www.sciencedaily.com/releases/2013/02/130225162229.htm

https://www.sciencedaily.com/releases/2014/08/140829135448.htm

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