27.06.2022 |Wien| Isabella Haag

Freiwilligenarbeit gegen den Pensionsschock

„Endlich in Pension, doch was mache ich nun mit der vielen Zeit?“

Wie wäre es mit einer neuen Herausforderung und einer Tätigkeit, die Sie noch nie gemacht haben, aber immer schon einmal ausprobieren wollten: Freiwilligenarbeit.
In Österreich gibt es freiwilliges Engagement in allen Altersgruppen, doch in keiner Altersgruppe so viel wie bei den 60- 69-Jährigen. Über 50 % aller 60- 69-Jährigen und über 40 % aller 70-79-Jährigen engagieren sich freiwillig. (1) Auch während der Corona-Pandemie zeigte sich, dass je älter die Menschen sind, desto mehr Stunden im Monat engagieren sie sich freiwillig. Dies hat die Studie „Ein Jahr Corona-Licht und Schatten der Freiwilligenarbeit“, die der Verein Freiwilligenmessen in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium durchgeführt hat, ergeben. (2) Außerdem hat sich gezeigt, dass Menschen, die sich in den Jahren vor der Pension freiwillig Engagieren, nach dem Eintritt in die Pension noch mehr Engagement zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar sechs Mal so hoch. (3)

Freiwilliges Engagement als Türöffner:

Wahrscheinlich fragen Sie sich, warum Sie gleich nach Pensionsantritt- wenn auch freiwillig- wieder arbeiten sollten. Ganz einfach, um den Pensionsschock abzufedern, denn der Arbeitsalltag ist nicht nur die Basis, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, sondern stellt auch ein soziales Umfeld und einen geregelten Alltag dar. Dinge, die abrupt mit dem Antritt in die Pension aufhören.
Genau das kann freiwilliges Engagement auffangen, denn es bietet die Möglichkeit neue Tätigkeiten auszuprobieren, die sich neben dem Beruf nie ausgegangen sind. Freiwilligenarbeit führt aber auch zur Einbindung in ein soziales Umfeld und schützt somit vor einer abrupten Exklusion aus gesellschaftlichen Strukturen. (3)
Spaß darf beim Ehrenamt auch nicht fehlen. Der primäre Beweggrund der 50-79-Jährigen sich ehrenamtlich zu engagieren, ist noch immer der Faktor Freude an der Tätigkeit. (3) Freiwilligenarbeit soll Spaß machen und Menschen anregen, etwas Neues zu lernen, aktiv an Projekte teilzunehmen und ihnen das Gefühl geben, die Welt mitgestalten zu können.
Tatsächlich macht ein Ehrenamt im besten Fall nicht nur Spaß, sondern trägt auch zur körperlichen und geistigen Gesundheit bei. Menschen, die sich freiwillig engagieren, sind körperlich gesünder und vitaler und psychisch ausgeglichener und glücklicher, dies zeigen Langzeitstudien. An der Universität Michigan hat man sogar herausgefunden, dass das Sterberisiko bei älteren Menschen sinkt, die sich ehrenamtlich engagieren, da Körper und Geist durch regelmäßige soziale Interaktion weiter gefordert und nicht abgebaut werden. (5)

Tun Sie sich und anderen etwas Gutes – Besuchen Sie die 10. Wiener Freiwilligenmesse

Finden Sie ihren Ausgleich für die Pension und besuchen Sie die Wiener Freiwilligenmesse am 8. und 9. Oktober im Wiener Rathaus. Rund 100 Vereine, Organisationen und Initiativen stellen Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren vor. Von Klimaschutz, hin zu Sozialbegleitung bis hin zu Lernbuddys für Kinder. Es ist für jede*n etwas dabei!

Quellen: 

(1) Ehrenamtliche Arbeit ist Gesund, Abenteuer Alter, https://www.abenteueralter.at/service-verbaende/ehrenamtliche-arbeit-ist-gesund/ , abgerufen am 12.4. 2022 von

(2) Ein Jahr Corona- Licht und Schatten der Freiwilligenarbeit, Verein Freiwilligenmesse https://www.freiwilligenmesse.at/wp-content/uploads/2022/01/Pr%C3%A4sentation-Corona-Umfrage-FINAL.pdf , abgerufen am 13.2. 2022

(3) Findenig I., Ehrenamtliches Engagement im Alter als Potential Sozialer Arbeit, Sozial Kapital, https://soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/view/315/530 , abgerufen am 13.2. 2022

(4) Redl B., Warum Helfen einem selbst auch guttut, Der Standard, https://www.derstandard.at/story/2000122260362/ehrenamt-warum-helfen-einem-auch-selbst-guttut, abgerufen am 12.3.2022

 

(5) Konrath S., Brown S., Motives for Volunteering are associated with mortality risk in older adults, Health Psychology, Vol. 31/1, S. 87-96 

 

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