8. Mai 2019 | Wien

Susanne Scholl – Die aktivste Oma Wiens

Susanne Scholl arbeitete als Journalistin und Autorin. Nun steht sie an der Spitze solidarischer Großmütter. Die „Oma gegen rechts“ wird auf die Freiwilligenmesse kommen, um zu erzählen, warum sie sich so aktiv engagiert.

„Für einen würdigen Umgang mit Menschen in Not.“ So liest sich der erste Satz auf Susanne Scholls Website. Ihren Worten folgen Taten. Vor zwei Jahren wurde sie erstes Mitglied der „Omas gegen rechts“. Einem Verein von älteren Frauen die gemeinsam auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen wollen. Mittlerweile marschieren die Omas nicht nur in Wien, sondern auch in den restlichen acht Bundesländern und in Deutschland bei Demonstrationen und Kundgebungen auf. Ihnen geht es um gleiche Rechte für alle Menschen in Österreich und um den Respekt gegenüber Mitbürger*innen egal welcher Ethnie oder Religionszugehörigkeit. Durch ihr gesammeltes Auftreten wollen sie zeigen, dass auch ältere Frauen ein wichtiger Teil der Tagespolitik und Zivilgesellschaft sind. Die Frau solle im politischen Geschehen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein. Scholl ist nun unter Jung und Alt schon von diversen Donnerstags- und Antirassismus-Demonstrationen bekannt. Mittlerweile fungiert sie als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Doch auch schon vor den vereinigten Großmüttern zeigte Susanne Scholl Engagement. Scholl studiert Slawistik in Rom und Russland. Danach schreibt sie für die französische Zeitung „Le Monde“, arbeitet unter anderem bei der APA und schließlich bei der ORF-Osteuroparedaktion. Durch ihre jahrelange Arbeit als Auslandskorrespondentin des ORF in Moskau sah sie, welche Auswirkungen die zwei Tschetschenienkriege auf die Landesbevölkerung hatten. In ihrem Buch „Töchter des Krieges – Überleben in Tschetschenien“ beschreibt sie das Schicksal der Frauen in von Männern geführten Kriegen. Generell beschäftigt sie sich in ihren Büchern mit unterdrückten Volksgruppen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Auf der Wiener Freiwilligenmesse am 5. Oktober spricht Susanne Scholl darüber, warum sie sich so unermüdlich gegen Diskriminierung engagiert.


Quelle: 

https://omasgegenrechts.at/

http://www.susannescholl.at/

https://derstandard.at/2000080026271/Expertin-Scholl-Wir-zuechten-psychische-Zeitbomben

https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Scholl_(Journalistin)

 

Persönliche Geschichten

Weitere Beiträge zum Thema

medical-4929815_1920

Helfen wir uns! Gemeinsam gegen Corona

In Tagen von globalen Krisen, wie wir sie gerade erleben, braucht es umso mehr Solidarität, Unterstützung und Zusammenhalt. Social distancing und der 2m Abstand erschwert Freiwilliges Engagement, macht es aber…
advent

BeSINNlichkeit schaffen – Engagement im Advent

Advent, die Zeit der Ruhe, der tiefen Atemzüge und des Beisammenseins – in der Theorie zumindest. In der Praxis oft hauptsächlich eine Zeit des Wartens. Auf das große glitzernde Fest…
2beispiele

Freiwilliges Engagement: Für das Zusammenleben unverzichtbar.

Knapp 50 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 15 Jahren sind freiwillig aktiv. Das Ehrenamt ist Grundlage einer funktionierenden sozialen Infrastruktur sowie unserer Lebensqualität. Was alles mit ehrenamtlichen Engagement erreicht…
dandelion-4231241_1920

Infoveranstaltung und Film

Nur mehr 37 Tage bis zur 8. Wiener Freiwilligenmesse. Im Anschluss an die traditionelle Info-Veranstaltung zur Freiwilligenmesse wird heuer in Kooperation mit Caritas Socialis der Film "Erfülltes Leben - wenn…
Frank Hoffmann

Frank Hoffmann – Theater auf Romanes

Am 2. August wird den Roma und Sinti gedacht, die in den Gaskammern der Nationalsozialisten umgebracht wurden. Der Burgschauspieler Frank Hoffmann gilt als langjähriger Unterstützer dieser Volksgruppen.