10. Juni 2021 |Wien| Isabella Haag

Die Johanniter, die Pandemie und Freiwilligenarbeit

Freiwilligenarbeit bei den Johannitern ist sehr vielfältig! Spaß und ein starkes Team, das einen jederzeit auffängt, haben auch in der Pandemie dafür gesorgt, dass sich Freiwillige wohlfühlen und nicht überfordert sind. Wir haben die freiwillige Helferin Antonia interviewt. Sie ist schon seit 2019 freiwillig bei den Johannitern beim Rettungsdienst engagiert und hat uns von ihrer Ausbildung bis zu den Veränderungen durch Corona alles erzählt.

© Johanniter_Olivares-Alba

Antonia ist 22 Jahre alt und studiert in Wien Jus. Sie konnte sich nie zwischen Medizin und Jus entscheiden. Daher hat sie sich neben ihrem Studium dazu entschlossen, eine Sanitäterausbildung bei den Johannitern anzufangen:

„Ein Kollege von der Uni war schon bei den Johannitern und wusste, dass mich Medizin auch interessiert. Er hat mich zu einem Schnupperabend eingeladen. Es hat mir auf Anhieb dort so gut gefallen, dass ich die Rettungssanitäterausbildung machen wollte“

Die Rettungssanitäterausbildung besteht aus Praxis- und Theoriestunden: Die Ausbildung zum Rettungssanitäter kann man berufsbegleitend machen. Dann Dauer diese etwa ein Jahr oder man besucht den Theoriekurs gemeinsam mit den Zivildienern, dann hat man geballt 2 Monate Theorie machen und danach die Praxis am Krankenwagen absolvieren. Theorie und Praxis nehmen je 160 Stunden in Anspruch. Danach muss noch eine Prüfung absolviert werden bei der ebenfalls Praxis und Theorie gefragt werden. Und schon geht es zum ersten Einsatz!

„Also vor dem ersten Mal im Rettungswagen mitfahren hatte ich schon ein bisschen Bammel, aber im Nachhinein war das ungerechtfertigt! Wir haben erstens alle Abläufe so oft geübt, dass wir alles im Schlaf können, und zweitens ist das Team immer füreinander da!“

Mittlerweile ist Antonia routiniert und macht zusätzlich die Ausbildung zur Katastrophenhelferin.

Erfahrungen durch die Pandemie:

© Johanniter_Olivares-Alba

Da Antonia schon im Oktober 2019 anfing, konnte sie mir über die Veränderungen durch die Pandemie berichten. Das Erstaunliche: Veränderungen gab es bei den Einsätzen, aber nicht im Team!

Sie erzählt, dass sich am Anfang die Art der Einsätze verändert hat, da es vermehrt zu Corona Verdachtsfällen oder positiv Getesteten kam. Aber das hat sich nach einiger Zeit wieder eingependelt. Dazu kam, dass oft ältere Menschen anriefen, weil sie sich einsam fühlten und jemanden zum Reden brauchten.

 „Einige ältere Leute haben auch einfach keine Ansprechpersonen und rufen uns an. Ich finde es ehrlich gesagt gut, dass wir als Ansprechpersonen da sind, denn meistens wollen diese Menschen nur reden und dafür sind wir gerne da. Natürlich fahren wir diese Menschen auch ins Krankenhaus, wo sie dann auch weitere Hilfestellungen bekommen. Aber wir sind die ersten Ansprechpersonen und das ist mir auch wichtig!“, erzählt Antonia.

Aber Ansprechpersonen sind nicht nur für ältere Menschen wichtig. Manchmal ist es auch für Freiwillige notwendig, über Dinge zu sprechen, die sie belasten. Diese Hilfestellung gibt es bei den Johannitern jederzeit, denn das Team ist füreinander da. Es gibt Einsatzbesprechungen und bei starker Belastung auch Hilfe durch ausgebildetes Fachpersonal.

Zwar müssen die Einsatzteams jetzt während der Pandemie immer Schutzkleidung, Handschuhe und Maske tragen, aber diese Maßnahmen ändern trotzdem nichts an der Stimmung im Team: „Das Thema „Corona“ ist einfach nicht Gesprächsthema Nummer eins! Die Kolleg*innen reden über ganz andere Dinge miteinander. Wir sind alle sehr lustig drauf und sind einfach positive Menschen!“

Angenommen, ich möchte mich bei den Johannitern engagieren. Wie funktioniert das?

© Johanniter_Olivares-Alba

Bei den Johannitern kann man sich vom Rettungssanitäter bis zur Betreuung beim Johanniter Cafè freiwillig engagieren. Es gibt keine Beschränkung auf die Sanitäterausbildung. Antonia hat zwar zuerst die Ausbildung zur Rettungssanitäterin gemacht, aber unabhängig davon macht sie noch zusätzlich die Ausbildung zur Katastrophenschutzhilfe. Jede dieser Ausbildungen kann man unabhängig voneinander absolvieren. Der erste Schritt zum freiwilligen Engagement:

Einfach hier melden und dein Interesse bekunden: https://www.johanniter.at/ehrenamt/einsatz-macht-sinn/

Alle Stellen, bei denen du bei den Johannitern mitarbeiten kannst: Rettungsdienst und Krankentransport, Katastrophenschutzhilfe, Rettungshundegruppe, Sanitätsdienst, Erste Hilfe -Trainer*in, Jugendgruppe, Zeit schenken im Johannitercafè, Präsentationsteam

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