30. Juni 2026| Wien | Judith Rauchwarter
„Der Moment zählt“: Horst engagiert sich bei MOMO
Wenn von Kinderpalliativversorgung die Rede ist, denken viele Menschen zuerst an Krankheit, Abschied und Trauer. Horst, Pensionist und ehemaliger Mitarbeiter bei den Wiener Linien möchte zeigen, dass seine freiwillige Tätigkeit beim MOMO Kinderpalliativzentrum auch von Freude, Gemeinschaft und wertvollen gemeinsamen Momenten geprägt ist. Dass er sich genau dieses freiwillige Engagement ausgesucht hat, hängt mit einer sehr persönlichen Geschichte zusammen.
Das MOMO Kinderpalliativzentrum betreut Kinder mit
lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Erkrankungen. Ziel ist es, betroffene
Familien auf ihrem herausfordernden Weg zu unterstützen und ihnen
Lebensqualität, Entlastung und wertvolle gemeinsame Momente zu ermöglichen.
Genau dafür engagiert sich auch Horst.
Sein Wunsch, sich für andere Menschen einzusetzen, ist durch
eigene Betroffenheit entstanden: „Ich war selbst einmal sehr schwer erkrankt
und bin im Spital gelegen. Mir haben die Leute, die sich um mich gekümmert
haben, sehr imponiert. Und ich wollte, falls es mir wieder besser gehen sollte,
etwas zurückgeben.“
Den Weg zu seinem Engagement fand Horst schließlich auf der
Freiwilligenmesse im Wiener Rathaus. „Dort habe ich mich umgesehen und bin
zufällig beim MOMO-Stand vorbeigekommen. Dieser Stand mit der ehrenamtlichen Mitarbeiterin,
das hat mich so berührt, wie sie über ihre Tätigkeit gesprochen hat, dass ich
unbedingt ein Teil davon sein wollte.“
Heute begleitet Horst einen MOMO-Patienten und seine Mutter
in dieser besonders sensiblen Lebensphase. Dabei erlebt er immer wieder, wie
anders die Realität der Kinderpalliativarbeit ist als das Bild, das viele
Menschen davon haben.
„Ich würde mir einfach wünschen, dass man das Wort „palliativ“
nicht so schrecklich darstellt, wie es immer in der Öffentlichkeit wahrgenommen
wird. Unsere Tätigkeit mit diesen schwererkrankten Kindern ist eigentlich etwas
ganz Positives. Weil die Kinder im Jetzt leben und der Moment zählt. Die Kinder
können lachen, sie sind fröhlich, für sie zählt nur der Moment und der Tag.“
Diese Sichtweise prägt auch Horsts Engagement. Statt sich
auf die Krankheit zu konzentrieren, stehen die Kinder, ihre Wünsche und die
gemeinsame Zeit im Mittelpunkt.
Um langfristig Freude an seinem Engagement zu haben, achtet
Horst bewusst auf Ausgleich. „Sport und Meditation geben mir Kraft in meinem
Engagement. Meditation gibt mir innere Ruhe und Sport die Möglichkeit, mit
Stresssituationen besser umzugehen.“
Horsts Geschichte zeigt, wie wertvoll freiwilliges
Engagement sein kann, nicht nur für die Menschen, die Unterstützung erhalten,
sondern auch für jene, die ihre Zeit schenken. Horst unterstützt in einer
schwierigen Lebensphase und hilft dabei, dass trotz aller Herausforderungen
schöne Momente entstehen können. Denn manchmal ist genau das das Wichtigste:
gemeinsam den Augenblick zu leben.
Sie möchten sich ebenfalls bei MOMO engagieren? Dann
informieren Sie sich auf der Website von MOMO über die Möglichkeiten des
freiwilligen Engagements. Sie möchten sich engagieren, aber wissen noch nicht wo? Treffen Sie MOMO und viele weitere Organisationen auf der 14. Wiener Freiwilligenmesse am 17. und 18. Oktober 2026.






